Freitag, 10. September 2010

maaaaan!

Tag 5: Heute bin ich das erste mal Minitaxi gefahren und habe endlich das Afrika kennen gelernt, wie ich es mir vorgestellt habe. Für alle die noch nicht hier waren und sich unter einem solchen Gefährt nichts vorstellen können, stellt euch einfach einen kleinen Bus vor, z.B.  einen VW T3, der hupend und mit schallender Musik durch die Straße saust und jeden mitnimmt der 6 Rand übrig hat. Mit einem solchen Gefährt ging es für mich heute morgen zur Uni um Cheryl zu treffen. Nachdem ich mich ausführlich darüber informiert hatte, wie das ganze abläuft. Man winkt es ran, man steigt ein (weil das ja klar ist!), irgendwann wird man von hinten angetippt und kriegt einen Stapel Geld in die Hand gedrückt, packt seins dazu und wenn man aussteigen will, sagt man einfach kurz dem Fahrer bescheid. Eigentlich ganz einfach. Ich war also bestens informiert und hatte mir fest vorgenommen in diesem Bus nur so sehr als blöder Touri aufzufallen wie unbedingt nötig ...hat nicht geklappt. Ranwinken war kein Problem woraufhin ich schon mal schon stolz wie Bolle war. Hochmut kommt vor dem Fall. Weil ich auf den ersten Blick keine Tür auf meiner Seite ausmachen konnte, bin ich also vorne ums Minitaxi rum gehuscht und fand mich plötzlich mitten auf der Hauptstraße wieder. Ich dachte mir noch ,Die hab‘n doch‘n Rad ab, die Afrikaner! Das kann man doch nicht machen! Das ist ja lebensmüde! Gerade zu unverantwortlich...‘ In dem Moment sah mich auch schon der Fahrer an, dessen Tür ich mittlerweile erreicht hatte. Sein Blick und noch viel mehr der eines jungen Mannes, der auf der anderen Seite des Busses eine Tür offen hielt und mich durch den Bus verwirrt anschaute führten schlagartig zu heftigen Zweifeln an meiner Entscheidung um den Bus rum zu gehen, unmittelbar gefolgt von einem innerlichen „Doh!“ und einer beschämten, zugleich hastigen Kehrtwende. Alles was der junge Mann, der mir die Tür geöffnet hatte, zu diesem bösen Fauxpas zu sagen hatte war „Maaaaan!“, begleitet von einem mitleidigen Kopfschütteln. Außer einer fadenscheinigen Ausrede, es sei ja noch sehr früh am Morgen, hatte ich dem auch nichts entgegenzusetzen. Erstes Tagesziel „nicht als Touri auffallen“ verpasst. Stromberg würde zusammenfassend sagen, „Da braucht man sich nichts vorzumachen, aus Leberwurst macht man eben kein Marzipan!“
Der Rest des Tages verlief dann aber auch deutlich besser. Nachdem ich Cheryl getroffen und gemeinsam mit ihr einen meiner zukünftigen Arbeitsplätze kennen gelernt hatte, ging es für Anke und mich gemeinsam mit Wiebke und Lina das zweite mal in ein Township, wo wir Wiebkes alten Arbeitsplatz, das Obumi Obutsha Center besuchten. Obumi Obutscha heißt soviel wie neues Leben und das Center, was auch schon Philip und Henrike kennenlernen durften, tut alles um Kindern verschiedensten Alters ein schönes Leben, soweit das eben in einem Township möglich ist, zu ermöglichen. Ein toller Ort mit sehr herzlichen und fürsorglichen Menschen und lieben afrikanischen „Mamas“! Nach einer kleinen Autopanne in Central auf dem Rückweg, bei der uns aber sofort von einem netten jungen Mann geholfen wurde (die Menschen hier sind, man kann es nur immer wieder sagen, wirklich sehr hilfsbereit!) ging es dann noch lecker bei „Angelo‘s“ essen, bevor wir den Tag mit einem kleinen Strandspaziergang haben ausklingen lassen.
So, doch wieder eine ganze Menge geschrieben, aber ist ja auch viel passiert. Nächstes mal fassen wir uns dann wieder kürzer. Bis dendemeier!

auch das ist südafrika...

PS: Wir ham voll viele Delfine gesehn, Juuuungeeee!

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