Donnerstag, 30. September 2010

möwen-pinguine

Tag 24: Gestern ist unsere neue Mitbewohnerin Inken bei uns eingezogen, was wir erstmal mit `nem ordentlichen Grillfest gefeiert haben. Wir haben auf unserem Balkon nämlich `nen 1a Grill gefunden. Haben also ordentlich Fleisch eingekauft und gegen Abend dann den Grill angeschmissen. Möglicherweise haben wir ein paar Grillanzünder zu viel reingeworfen, denn wir haben ungefähr eine Stunde lang den ganzen Block zugeräuchert. Aber beschwert hat sich niemand, auch nicht Nel. Nel ist die Estate Managerin hier im Summer Seas und wird von uns immer Nazi-Lady genannt, weil sie uns wegen jeder Kleinigkeit anpöbelt. Unter anderem weil wir auf dem Balkon eine Wäscheleine hängen hatten. Erst hatten wir deswegen `nen Zettel an der Tür hängen. Dann hat sie uns noch einmal abgefangen als wir gerade mit dem Auto los wollten und uns nochmal angepöbelt. Ich hab dann die Frechheit besessen zu fragen warum man denn keine Wäscheleine haben darf, woraufhin sie uns angebölkt hat „Because it’s a rule!!!“. Seitdem heißt sie Nazi-Lady… Und seitdem klopft sie wegen allem Möglichen an unserer Tür.
Das Grillen hat uns aber keinen Ärger eingebracht, denn Grillen ist den Südafrikanern heilig. Das ist hier so `ne Art Nationalsport (den wir noch n bisschen üben müssen, damit wir unser Essen das nächste Mal nicht mehr räuchern sondern grillen).
Ansonsten war gar nicht so viel los gestern…. … Oh doch! Wir waren an einem sehr schönen Strand an dem man Riesenmuscheln sammeln kann: ein Traum. Da in der Nähe gibt es auch eine Pinguinaufzuchtsstation. Thomas, vielleicht schnapp ich mir da einen und bring ihn dir mit ;).
In der Nähe der Station gab’s auch ein Schild mit Pinguinen drauf, weshalb ich nun fest davon überzeugt bin, dass es dort in der Nähe auch wilde Pinguine gibt. Als ich am Strand spazieren gegangen bin, dachte ich sogar schon ich hätte einen Schwarm Pinguine gefunden: ganz viele schwarz weiße Tierchen nicht weit von mir entfernt. Echte Pinguine…… Juhu….. Zumindest so lange bis sie auf einmal alle abhoben und wegflatterten. Memo an mich selbst: nächstes Mal wieder meine Brille aufsetzen. Memo Ende…


der südafrikaner an sich...

Tag 23: Vor meiner Abreise bekam ich von meinem Dad die „Gebrauchsanweisung für Südafrika“ geschenkt, ein etwas anderer Reiseführer und auf jeden Fall ein lesenswertes Buch. Vieles von dem, was ich darin gelesen habe, haben Anke und ich auf jeden Fall auch schon im täglichen Leben hier wieder gefunden und vieles was wir hier erleben lässt sich mit Hilfe dieses kleinen Büchleins auch besser verstehen. Und dieses Büchlein ist es auch gewesen, das mich den Entschluss hat fassen lassen, (fast) alles was „den“ Südafrikaner an sich ausmacht, einmal auszuprobieren und so ein reiner Weltafrikaner zu werden. Nachdem ich mich schon an typische Speisen der Buren, in Form von Biltong und Droewors, ran getraut habe und wir am Wochenende sogar die Gelegenheit hatten das typische Xhosa Bier zu probieren, eine zähflüssige Masse, die ziemlich unangenehm riecht und sich durch einen säuerlichen, aber nicht unangenehmen Geschmack auszeichnet, stand heute Barfußlaufen auf dem Zettel. Man könnte meinen, ich würde mir das ausdenken oder sei nach meiner Djembetrommelei nun endgültig auf dem Hippietrip. Und auch Anke und ich dachten zuerst, es würde sich um ein paar vereinzelte besonders naturverbundene Spinner handeln, wenn uns im Supermarkt barfüßige Jungs und Mädels über den Weg liefen, aber dem ist nicht so. Der Südafrikaner an sich, vor allem die Männer, lieben es barfuß zu laufen, das bestätigte uns dann auch die „Gebrauchsanweisung für Südafrika“. Und nachdem ich an Biltong und Droewors auf jeden Fall Gefallen gefunden habe, stand heute wie gesagt Barfußlaufen auf dem Selbstversuchsplan. Das ganze war auch ziemlich lustig, vor allem barfuß durch unsere kleine Mall hier zu laufen war ein merkwürdiges Gefühl, aber nachdem ich am Abend mit Nadel und Stirnlampe bewaffnet wahre chirurgische Kunstgriffe vollbringen musste, um mir mehrere Splitter aus den mittlerweile rabenschwarzen Mauken zu entfernen, bin ich zu dem Entschluss gekommen, das mit dem Barfußlaufen doch lieber den südafrikanischen Jungs zu überlassen.

flippin lekker biltong

Montag, 27. September 2010

red at night, sailor's delight?!

Tag 22: Abendrot Wedder good heißt es bei uns (Ost-)Friesen. Das stimmt auch hier ...nur den Wind interessiert das nicht. Na ja, heißt ja auch nicht Abendrot Wind good. Wobei man jetzt darüber streiten könnte, was denn guter Wind ist. Für Kiter wäre es hier gestern auf jeden Fall ein Traum gewesen, von daher war der Wind hier gestern richtig stark! Für alle anderen allerdings ist es eher anstrengend, in Böhen nervtötend bis zum Schreien! Und so kam es, dass unser Flohmarkt, den wir eigentlich gestern auf dem Zettel hatten kurzerhand abgesagt wurde, damit die Händler nicht mit ihren Ständen durch die Luft gewirbelt wurden - womit wir wieder beim Kiten wären. Leider hatten wir diesmal keinen Plan B und somit war es einfach nur ein echt langweiliger Tag... 


...was sailor's delight angeht, kann man sicher auch hier streiten. Denn wer bei ordentlich Wind den Indischen Ozean durchqueren will, ist hier genau richtig. Den örtlichen Fischern allerdings war es gestern auch zu krass und so lagen sie zu Hauf bei uns in der Bucht.

Sonntag, 26. September 2010

hippie hurra!

Tag 21: Nachdem J-Bay die beschrieben Enttäuschung war und wir nicht dort geblieben sind, musste für heute also ein Alternativplan her. Nur was tun? Jeder von euch denkt jetzt wahrscheinlich, 'Kann ja nicht so schwer sein! Immerhin sind die in Afrika, da ist ja sicher immer was los. Da wird einem bestimmt nicht langweilig.' ...nun, die Realität sieht leider anders aus. Auch in Südafrika gibt es solche Tage, genauso wie das schlechte Wetter. Gestern kam dann auch noch beides zusammen und so haben wir ehrlich gesagt nicht besonders viel gemacht. Ein bisschen Kaffee trinken, ein bisschen im Internet surfen, am Strand nach Muscheln suchen, einkaufen ...das wars. Zumnindest für den Tag. Abends hatten wir dann doch noch ein Ass im Ärmel! Gemeinsam mit unserer Mitbewohnerin Lina gings raus aus der Stadt, mitten ins Niemandsland und ab ins Munkee Bizniz! Dort stand Cultural Evening auf dem Programm und der war ein Traum! Oben im Baum saßen zwei Jungs mit Gitarre, unten saßen wir am Lagerfeuer incl. Bier und Braai! Herrlich! Zu späterer Stunde gab es dann auch noch Feuerpoiaction und es wurden Djembes (Afrikanische Trommeln) verteilt. Und so saßen wir in bester Hippiemanier ums Feuer und hauten auf die Buschtrommel was das Zeug hielt!

Samstag, 25. September 2010

und wir geben gaaaas!

So liebe Freunde des Breitensports! Um noch mal ein bisschen Schwung in unser kleines Blog Quizz zu bringen, haben wir uns überlegt eine Deadline zu setzen. Bis zum 1. Oktober, das ist der kommende Freitag, kann noch mit gespielt werden. Dann wird der Sieger bestimmt! Wir freuen uns auf weitere lustige und schlau gemeinte Antworten! ;)

gestatten, karl kachelmann!

burno inferno

Tag 20: Heute stand er nun also an, der lang angekündigte Roadtrip zum Shell Festival nach Jeffreys Bay. Voller Vorfreude und mit großen Erwartungen machten wir uns auf den Weg! ...um kurz darauf, die große Enttäuschung zu erleben. Das Shell Festival, das wir uns als ein rauschendes Volksfest voller Traditionen, kulinarischer Spezialitäten und feiernder Menschen vorgestellt hatten entpuppte sich als mickriges und lausiges Pupsdorffest. Sogar das Fulkumer Straßenfest (wer kennt es nicht?!) hat da noch mehr zu bieten. An die wenigen Gäste, die sich dennoch an diesem Wochenende nach J-Bay verirrt hatten, wurde haufenweise Plastikspielzeug und anderer Ramsch verkauft (Gutschi Sonnenbrillen und Deutsche & Albaner Uhren durften da natürlich nicht fehlen!), die kulinarischen Leckerbissen beschränkten sich auf ein paar Bratwürste und Muscheln (um die es ja eigentlich gehen sollte!) suchte man vergebens. Highlight (zumindest für viele Gäste) war das „Burno Inferno“. Ein Haufen durchgeknallter Irrer die mit ihren aufgemotzten Rostlauben, unter dem Gejohle und Gegröle der Zuschauer, jede Menge Reifen verheizten (im wahrsten Sinne des Wortes!) und die eine oder andere Achse zerlegten. Und das von 9 Uhr Morgens bis 18 Uhr Abends! Sensationell ...nicht! Zum Glück hatte Anke sich vorher ein bisschen im Internet informiert, was J-Bay sonst noch so zu bieten hatte und so hatten wir noch das eine oder andere Ass im Ärmel. Als erstes gings ins „Potters Place“. Tagsüber ein kleines, verschlafenes Café/ Restaurant und Abends Schauplatz für Konzerte und sonstiges Kulturprogramm. Gestärkt ging es dann in die vielen Factory Stores im Billabong  Village, ein einziger großer Grabbeltisch der verschiedenen Surfmarken. Zumindest bei Billabong hatte man wirklich das Gefühl man würde sich durch KIK wühlen. Haufenweise Klamotten und eine Ordnung die höchstens eine KIK-Filialleiterin verstehen kann. In Anbetracht dieses Chaos geriet Anke bald ins Schwitzen und ergriff die Flucht. Irgendwann gab dann auch ich auf und verließ den Laden mit leeren Händen. Zum Glück gab es ja noch weitere Factory Stores. Diese hatten zwar nicht die gewaltigen Ausmaße des Billabong Stores, aber dafür waren sie geordnet und so wurden wir bei Ripcurl doch noch fündig. Nur bei Quiksilver und Roxy machte man uns die Tür vor der Nase zu (es war  Heritage Day, ein nationaler Feiertag und die Geschäfte deshalb nur bis 15 Uhr geöffnet). Na ja, so haben wir einen Grund noch mal wiederzukommen ...abgesehen davon wollten wir ohnehin nochmals nach J-Bay um Sandboarden zu gehen. Auf dem Rückweg noch kurz im Munkee Bizniz auf ein Bierchen und eine Droewors (lecker Trockenwurst!) vorbeigeschaut und ab nach Hause.

Donnerstag, 23. September 2010

i'll make your car sing

Tag 19: heute sind wir mit unserem fox zu carl gekachelt um unsere rate für diesen monat zu bezahlen. bei der gelegenheit gab's auch gleich nen neuen cd-player, denn bisher konnten wir zwar radio aber keine cds hören. und da im radio hier noch mehr werbung kommt als in deutschland, kann das auf ner längeren fahrt ganz schön anstrengend werden. glücklicherweise hatte ashley (er arbeitet für carl) noch einen neuen cd-player da und hat ihn eben schnell an unseren fox dran gelötet. musik läuft also wieder! und so geht's morgen dann ab nach jeffreys bay, hoffentlich mit `ner menge guter musik und sonnenschein im gepäck.
Ein kleines Highlight sei an dieser Stelle noch schnell erwähnt. Wir haben hier im Café nämlich gerade einen Sportlehrer kennengelernt und er hat uns die Zeit beim Kaffee mit netten kleinen Geschichten aus seinem Schulalltag versüßt.  Die beste Geschichte war, dass er Schüler sein Auto waschen lässt, wenn die Mist gebaut haben! Und das für den Rest des Terms! Und damit nicht genug, wenn die richtig groben Mist gebaut haben, wird auch jeder dreckige Schulbus gewaschen! :D Geil! Da fängt man glatt an zu überlegen, ob man nicht lieber hier Lehrer werden sollte!? Wenn die Bezahlung nur nicht so schlecht wäre...

ein jan, zwei janne

Tag 18: heut hat eigentlich janne die interessanteren sachen erlebt, aber der werkelt grad ganz fleißig an seinem bericht, deshalb mach ich das nun mal fix. janne wurde morgens um 10 von "the prof" abgeholt (der mann hat auch nen richtigen namen, nennt sich aber prof, weil er mal professor war [glauben wir]). so... mister prof hat janne also an der straße eingefangen und hat sich zusammen mit janne eine weitere schule angeschaut, wo janne vielleicht auch was machen kann. weil viele leute hier etwas komisch gucken, wenn janne sagt, dass er janne heißt weil sie den namen nicht kennen, hat der prof sich was cooles ausgedacht und einfach gesagt: "one jan, two janne". janne is also die afrikaan'sche mehrzahl von jan.
joa, und das war's auch schon! abends noch schnell oc california im tv geschaut und zack war der tag auch schon wieder vorbei.

Mittwoch, 22. September 2010

oldenburg: that's where the man ate the penis!!

Tag 17: Früh morgens ging's ab ins Büro in die Bird Street, skypen und Interviews transkribieren. Gegen Mittag kam dann Viv England (Kollege von Paul, kümmert sich zusammen mit Vernon um Janne und mich) ins Büro um mich einzufangen und zum Missionvale Campus zu bringen. Dort finden sich nämlich einmal im Monat ein paar Biolehrer zusammen, um an einem Uni-Workshop teilzunehmen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen Stop am Flughafen gemacht um Darren einzusammeln. Darren arbeitet auch irgendwie mit der Uni zusammen, kommt aus Capetown und ist sehr gesprächig. Als Viv ihm erzählt hat, dass Janne und ich aus Oldenburg kommen meinte er sofort: "Oh Oldenburg, that's where the man ate the penis!"...... ..... Was für eine traurige traurige TRAURIGE berühmtheit. Soviel dazu, naja, das is also Darren.
Nun aber zum Workshop. Das Ganze dreht sich darum wie man Bio-, Physik- und Chemieunterricht ein bisschen interessanter gestalten kann, wie man Versuche macht und so weiter. Unterrichtet wurden sie von Jef, einer der wohl passioniertesten Professoren, die ich jemals getroffen habe. Nach 3 Stunden Workshhop und gefühlten 20 Minzbonbons (die wurden zwischendurch verteilt, die Packung lag aber direkt vor mir, jej!) muss ich sagen: es war ziemlich interessant und ich denk ich werd wieder hingehen. ..... nicht nur wegen der Bonbons :).

booooring

Tag 16: Schietwetter und nichts zu tun außer sich über Unikrams zu ärgern von dem man dachte man hätte ihn zu Hause gelassen, was soll man da sagen ...oder gar schreiben? Na ja, auch in Afrika gibt es eben solche Tage, aber die vielen Nationalparks und Sehenswürdigkeiten um uns herum lassen hoffen, dass so etwas hier nicht zu häufig passiert. Am kommenden Wochenende beispielsweise gehts nach J-Bay zum Shell Festival! Da gibts dann auch wieder was zu berichten...

wer glaubt solche tage gäbe es nur in oldenburg täuscht sich...

fettes road alta!

Tag 15: Gerade saß ich noch draußen in der Sonne, jetzt hab ich mich schon wieder nach drinnen verkrümelt, weil sich der Himmel mal wieder zuzieht. Na ja, so komm ich wenigstens mal wieder dazu etwas zu schreiben und ihr zu Hause habt was zu lesen...
Leider hat sich auch am Sonntag das Wetter hier eher wieder von seiner norddeutschen Seite gezeigt, weswegen unser eigentliches Vorhaben in den Kragga kamma zu fahren leider gecancelt werden musste. Na ja, kann man nichts machen. Nur was macht man dann? Das Kurhaus schien außer Reichweite, also musste eine Alternative her. Museum? Nee. Stadion! Als Sportstudent für mich ja quasi eine Pflichtveranstaltung! Nachdem ich auch die anderen für meine Idee „begeistern“ konnte, gings also los zum Stadion. Ich muss schon sagen, ein schickes Ding! ...nur leider konnte man nicht rein. Wir haben alle Eingänge abgeklappert, aber nirgends ein Schild mit Besichtigungszeiten, nicht mal ein Security, den man hätte bequatschen können, das er einen mal kurz einen Blick ins Innere werfen lässt. Wir haben wirklich alles versucht ...nix. Nun denn, vielleicht ergibt sich ja doch noch mal die Chance dieses schöne Stadion auch noch von innen zu sehen. Als unsere „Besichtigung“ beendet war, gings dann noch lecker Kaffee im Angelo‘s trinken und noch leckererererere Schokoladentorte essen! Abend dann noch auf ein Bierchen in den Oyster Catcher und schon wieder ist eine Woche rum. Tja, eigentlich ein ganz normaler Sonntag also.

Montag, 20. September 2010

abgefahren, ihr habt mein altes auto! (der cd-player funktioniert übrigens nicht)

Tag 14: Schönes Wetter is was anderes von daher sind wir heute nicht wie geplant in den Addo Elephant Park gefahren sondern haben uns ein bisschen die Stadtmitte angeschaut. Erst ging's in ein Centre in dem man ganz viele handgearbeitete Dinge kaufen kann. haben schonmal ein bisschen das Revier spioniert und nach einem möglichen Preis für unser Blog-Quizz Ausschau gehalten. Dabei haben wir ne ganze Menge coole Sachen gefunden. Um's mal ganz Frauke-Ludowich-explosiv-like zu sagen: TOP waren auf jeden Fall ne ganze Menge Sachen, unter anderem ein Glücksbringerarmband aus Elefantenhaar. FLOP fanden wir die ganzen Elfenbeinsachen, die laut Aussage der Verkäuferin zwar superlegal waren, aber trotzdem niemand sagen konnte wo die herkamen. Obwohl das mit den Elefantenhaaren auch n bisschen gemein ist, denn wenn wir so recht überlegen hat die wahrscheinlich niemand irgendwo vom Boden aufgesammelt. Irgendwo hier in Südafrika läuft also wahrscheinlich ein Elefant durch die Gegend der keine Fliegen mehr von seinem Allerwertesten vertreiben kann.
Nach unserem Besuch im Handcraft Centre ging's weiter ins Central, zum ersten Mal zu Fuß. Dort sind wir einmal die main street entlang geschlendert und haben uns in nem Musikladen ein paar Platten angehört. Im Anschluss daran ging's wieder zurück in die WG, wo wir uns dann abends unsere Diskoanzüge angezogen haben und uns auf den Weg ins Munky Bizniz gemacht haben. Marcel hatte uns dorthin eingeladen weil einer seiner Freunde dort seinen Geburtstag gefeiert hat. Die Bar liegt ein bisschen weiter außerhalb mehr oder weniger direkt in den Wallachutten. Die Fahrt lohnt sich allerdings sehr, denn wenn man erstmal eine Möglichkeit gefunden hat sein Vehikel irgendwo abzustellen, steht man vor einer ziemlich gemütlichen Bar inmitten von Kletterbäumen mit Hollywoodschaukeln, einem Lagerfeuer, guter Musik und netten Leuten. Wir haben wirklich gestaunt, hatten einen tollen Abend und werden definitiv noch öfter dort hingehen. Marcel hat uns dann erzählt, dass wir quasi sein altes Auto gemietet haben (er hatte es erst letzte Woche zu Carl zurückgebracht) und dass unser CD-Player leider nicht funktioniert. Memo an uns selbst: gut, dass wir im Central doch keine CD gekauft haben. Memo Ende. Gut ist, dass Marcel es in dem Wagen schon mit vier weiteren Leuten nach Kapstadt und wieder zurück geschafft hat. Der Karren hält also was aus. 
Nach dem Munky Bizniz ging's dann noch fix ins Lighthouse hier in Summerstrand wo wir Lina, Wiebke, Papy und noch ein paar andere nette Leute zum Pool spielen getroffen haben. Insgesamt ein sehr cooler Abend: viele nette Leute getroffen und kennengelernt und beim Pool ne Menge Kugeln daneben geschossen.

Samstag, 18. September 2010

gewittaaaah?

Tag 13: Heute war das Wetter gar nicht mal so gut von daher war auch gar nicht so viel los, weswegen das hier eher ein Dreizeiler wird. Einziges Highlight: Foxy Brown hat ein bisschen geschwächelt: Batterie alle, Carl hat aber sofort jemanden geschickt, der die Batterie ausgetauscht hat. Dann ging's ab ins Büro ne Runde Bericht schreiben und Interviews transkribieren. Danach schnell einkaufen und dann ab in die WG. Zack und das war's auch schon. Unsere Safari morgen (Samstag) haben wir verschoben, wir gehen davon aus, dass die Tiere im Addo das schlechte Wetter genauso wenig mögen wie wir :)

da war das wetter noch schön...

Freitag, 17. September 2010

löwenzahm

Tag 12: Heute stand unser erster richtiger Roadtrip an. Haben uns auf den Weg zum Sea View Lion Park gemacht, n bisschen Tiere gucken, neng? Es ging immer der Küste entlang und wir konnten die bisher größten Wellen hier beobachten. Der Sea View Park ist ein großes Gehege, in dem die Tiere (Giraffen, Büffel, Antilopen, Zebras, Affen, und und und..) quasi frei herumlaufen. Eingezäunt sind sie zwar immer noch, aber die Zäune sind weiter weg. Da die Straßen ziemlich rumpelig und steil waren hatten wir erst ein bisschen Sorge, dass unser Vehikel den Tag möglicherweise nicht überleben würde. Foxy Brown hat sich aber von seiner besten Seite gezeigt und hat jede auch noch so große Steigung gemeistert. Außerdem is er hier in Südafrika farbtechnisch n reines Chamäleon. Die meisten Tiere haben sich auf jeden Fall nicht vom Fleck bewegt, als wir an ihnen vorbeigefahren sind. Die Löwen haben uns in unserem Auto glaube ich auch für einen von ihnen gehalten.
Die Tiere sind ein echter Knaller: manche halten sich gut versteckt, andere wiederum sind echt Rampensäue und stellen sich einem direkt vor die Kamera, so dass man gar nicht an ihnen vorbeikommt ohne ein Foto zu machen, wie zum Beispiel die Giraffe bei unseren Schnappschüssen.
Teil des Parks ist auch eine Aufzucht-Station für Junge, die von ihren Müttern nicht angenommen wurden. Dort darf man zum Beispiel zu Löwen- oder Tigerjungen (die Tiger müffeln ein bisschen, wir wissen nicht warum) ins Gehege gehen, was einen in ein ziemliches Dilemma wirft. Einerseits möchte man sowas nicht wirklich unterstützen, andererseits kann man einfach nicht anders, als die Dinger einfach kraulen zu wollen. ………………….Es tut uns schrecklich leid, aber Janne und ich konnten nicht standhalten und sind (nachdem wir unterschrieben hatten, dass wir für uns und unsere Kleidung selbst haften) zusammen mit einem Pfleger ins Löwen-Gehege zu Noam, Ofir, Carry und Tom und haben `ne Runde mit ihnen gespielt. Sie sind alle vier ziemlich neugierig und verspielt und ihre Krallen und Zähne tun auch nur ein bisschen weh. Einer von ihnen hat versucht Janne in seinen wertesten behind zu beißen.
Nach `nem Kaffee und ner heißen Schokolade ging’s dann wieder zurück nach P.E., noch kurz `ne Runde ins Internetcafé und dann ab in die WG: Interviews transkribieren jej. Fazit: Löwen sind toll!

say hello, wave! do something!

Tag 11: Insgesamt ein eher ereignisloser Tag, von daher wird auch der Blogeintrag heute eher knapp ausfallen. Wenn nix war, muss man ja auch nich rumlabern, ne!? Was ich sagen kann ist, dass es heute sackwindig war, echt ey! Also wir haben ja schon ein paar mal geschrieben, dass es hier windig ist, aber so windig wie heute war es hier bisher noch nicht. Man musste schon ein bisschen Angst haben, dass man wegfliegt, wenn man vor die Tür ging. Ein bisschen was ist heute allerdings doch passiert. Ich war an einer weiteren Schule. Die Studenten der NMMU, die das Schulgelände ein bisschen fröhlicher und vor allem kindgerechter gestalten wollen, haben heute dem Kollegium ihre Ideen präsentiert, das mit großen Augen da saß und sich sehr freute, dass ihre Schule das Glück hat Teil dieses Projekts zu sein, in dem drei verarmte Schulen mit Hilfe der Studenten neue Spiel- und Sportstätten für ihre Kinder bekommen. Irgendwann hat mich Ms Walter dann quasi als den neuen Sportlehrer vorgestellt und alle so YEAH! Nein, im Ernst, nachdem ich mich im Moment des Vorstellens erstmal schön gehorstet habe indem ich meinen Einsatz etwas zu sagen einfach verpennt habe - irgendwann hörte ich einen Studenten der vor mir saß sagen „Say ,Hello‘, wave! Do something!“ - kamen nach Ende der Präsentation zwei der Lehrer zu mir und gaben mir das Gefühl ich sei das Carepaket auf den sie schon lange gewartet hätten. Sie würden sich schon so darauf freuen, dass ich käme und sie würden sich freuen von mir zu lernen. Ob die sich da mal nicht vertuen?! Ich mein, die sind ja alle schon ewig in der Schule und ich bin doch noch voll der Grünschnabel... Man darf gespannt sein!


Mittwoch, 15. September 2010

hinweis zum blog quizz!

Da ist das Ding! Diesmal von seiner Unter-/ Innenseite...

eastern cape customs

Tag 10: Ein ereignisreicher Tag an dem eigentlich nicht viel passiert ist. Heute morgen wurden wir mal wieder à la Paul aus dem Bett geklingelt. Diesmal allerdings nicht von Paul, sondern von einer förmlich durchs Telefon strahlenden Sekretärin von Karl. Zum Glück hatten wir uns in weiser Voraussicht einen Wecker gestellt, so dass wir diesmal nicht völlig aus perplex waren und die Frage „Did I wake you up!“ gerade noch verneinen konnten. Bei der Frage „Are you still in bed?“ gelang uns das dagegen nur noch mit einer kleinen Notlüge, der ich durch ein mit krächzender Stimme genuscheltes „We just haven‘t had breakfast yet.“ zu mehr Glaubwürdigkeit zu verhelfen versuchte. Der Konter der netten Dame am anderen Ende der Leitung „Okay, our driver is on his way, he will pick you up in 15 minutes!“ kam dann allerdings doch ein wenig überraschend... Mittlerweile jedoch durch Pauls überfallartigen Abholmanöver geübt, standen wir eine Viertelstunde, wenn auch mit knurrendem Magen vor der Tür, wo Sam, unser Fahrer schon auf uns wartete. Im Büro von Karl angekommen wartete dort schon die nette Dame vom Telefon auf uns. Aber sie war nicht allein. An ihrer Seite war ein kleiner Dackel, den sie liebevoll „our german sausage“ nannte. Ein herrlicher Zeitgenosse der Kleine! Obwohl er gerade einmal zwei Jahre alt war, hatte der Hund schon den perfekten Rentnerschluffelgang drauf, wobei er witziger weise auch noch die Pfoten nach außen drehte, was das Schluffen noch unterstrich. Außerdem ist er glaube ich der erste Hund den ich je gesehen habe, der einen Katzenbuckel gemacht hat, als ich ihn streicheln wollte, was aufgrund seines wienerwürstchenartigen Körperbaus wirklich extrem lustig aussah. Zu Anke hatte er von Anfang einen guten Draht. Sie stellte irgendwann auch die verblüffende Ähnlichkeit des kleinen Struppi (so hieß er wirklich) zu einem Faultier fest. Und ich musste ihr Recht geben. Die Geschwindigkeit seiner Bewegungen kam der eines Faultiers in der Tat sehr nahe. Ich glaube sogar niemand würde sich wundern, wenn der kleine eines Morgens, statt in seinem Körbchen, von einem Ast im Baum vorm Haus baumelnd auf sein Futter warten würde. Aber natürlich waren wir nicht des Hundes wegen gekommen, sondern um uns einen fahrbaren Untersatz zu organisieren. Den bekamen wir dann auch und zwar ein elfenbeinfarbenen VW Fox! Hier noch schnell den Seitenspiegel mit Heißkleber befestigt da noch schnell ein bisschen Öl nachgefüllt und ab ging die Post! Das erste mal Linksverkehr war ganz schön spannend und das Auto ein echtes Trainingslager für vorausschauendes Fahren. ABER: Läuft!
Später gings dann in unserem neunen Geschoss zum South Campus der NMMU, wo wir den wahren Pavianfelsen bestaunen konnten! Dort laufen die Affen einfach so auf dem Campus rum. Sie durchforsten Mülleimer, trinken aus Rasensprengern und beobachten Studenten und Professoren. Dabei sind sie immer auf der Lauer etwas zu stibitzen und stets auf der Hut um sich bei Gefahr schnell auf einen der vielen Bäume zu flüchten. Herrlich!

pimp my ride! pleeeaase xzibit!

Dienstag, 14. September 2010

blog quizz!

Tag 9: Heute war ich (Janne) an einer weiteren Schule, an der ich den Kindern bald zeigen soll, wie man so richtig Spaß am Spielen und Toben hat ...na das kann ja was werden ;) Danach haben wir uns von unserem neuen Freund Pang in die Birdstreet bringen lassen, da ein bisschen das Büro besetzt und dann wieder mit Pang zurück nach Haus. Dann noch kurz das Nötigste beim Pick‘n‘Pay besorgt und für morgen einen Termin mit Karl abgemacht. Karl ist hier unter den Internationals mindestens so bekannt wie Pang und vermietet Autos. „Crappy, but cheap“ waren glaube ich Pauls Worte dazu ...na ja, der Mann ist Professor und kein Werbetexter und so lassen wir uns morgen mal überraschen, was Karl so im Angebot hat. Denn leider ist PE nicht OL und ohne Auto ist man hier doch sehr eingeschränkt und so gern wir Pang auch haben, uns jeden Tag und überall mit dem Taxi hin kutschieren zu lassen können wir uns dann doch nicht leisten. Nachdem das dann auch geregelt war, ging es zum Strand (weil das ja klar ist) und da haben wir etwas interessantes gefunden...




preisfrage!

was ist das? wir haben es am strand gefunden, es ist etwa so groß wie eine babybanane, zu einem gewissen grad biegsam und es stinkt. unter allen teilnehmern verlosen wir eine kleine südafrikaüberraschung! ob dabei die interessanteste, skurrilste, lustigste oder einfach die richtige antwort gewinnt, wissen wir noch nicht... viel spaß beim raten, erfinden, uns die taschen voll lügen und nachforschen!

Montag, 13. September 2010

high fiiiiivvveeeeee!

Tag 8: da ich jetzt ja sportschuhe hab, sind janne und ich heute erstmal ne runde am strand joggen gegangen. allerdings erstmal nur bis zum pier, weil wir beide noch n bisschen verschnupft sind. danach sind wir noch ne runde spazieren gegangen und haben uns ein surfcentre und nen kleinen flohmarkt am strand angeschaut.
nachmittags ging‘s dann ins internetcafé, ne runde mails nachschauen und später dann kurz in den supermarkt. auf dem weg zurück haben wir simone (sie war auch schon beim grillfest) und ihren mitbewohner marcel getroffen. er ist schon ein bisschen länger hier und meinte er würde sonntags immer mit seinen freunden ins oyster‘s gehen. wir haben uns kurzerhand angeschlossen und wurden dann um 10 von ihm in einem taxi vor unserer wohnung eingesammelt. es ging runter zum hafen, der auf den ersten blick ordentlich schäbbich aussah. wir haben uns ernsthaft gefragt, wo zwischen den ganzen containern noch ne kneipe sein soll. wir sind dann einmal kurz um die ecke gebogen, eine treppe hoch und n bisschen geradeaus und standen auf einmal in ner rappelvollen bar/kneipe/disco/lounge mit ziemlich guter musik und netten leuten. freaks gibt‘s natürlich überall, einen haben auch wir getroffen, er meinte die ganze zeit „high fiiiiiiveeee!“ und wollte einschlagen ;). zweimal haben wir‘s mitgemacht, dann haben wir uns aus dem staub gemacht ;).
insgesamt ein sehr netter abend. Sind zwar schon gegen 12 wieder los, weil wir früh raus mussten am montag, aber haben eine menge nette leute kennengelernt. zurück ging‘s dann mit dem wohl bekanntesten taxifahrer hier im ort. Er ist asiate, heißt pang und kachelt hier immer die ganzen internationalen studenten durch die gegend.

i don‘t like malls!

Tag 7: trotz des schönen wetters ging‘s heute ab in die größte einkaufsmall hier in p.e., das greenacres, um ein paar sportschuhe für mich (anke) zu kaufen, meine vans sind dem strand nämlich nicht grad gewachsen. leichter gesagt als getan: in der mall gab‘s zwar ne menge schuhe, nur leider nicht in meiner größe. größe 40 ist irgendwie nicht so in in südafrika. egal in welchem laden, alle wollten mir schuhe in größe 35 verkaufen, so nach dem motto „stell dich nich so an, anprobieren kostet nix“. ich hätte meine füße falten können und die hätten da nicht reingepasst.
nach 4 stunden und zwei leckeren burgern mit pommes zur stärkung war‘s dann aber soweit. nun hab ich also zwei schöne turnschuhe mit pinken streifen an den seiten und bin mir jetzt noch sicherer als vorher: mall‘s sind nicht so mein ding.

abends ging‘s dann zu unserem ersten afrikanischen grillfest (braai) bei wiebke und ihrem freund papy. motto: bring and share, also sind wir vorher nochmal zum supermarkt gehuscht und haben n bisschen was eingekauft. unter anderem feta, tomaten und alufolie für den grill, weswegen wir von allen anderen gästen ziemlich komisch beäugt wurden ;). ansonsten gab‘s nämlich haufenweise fleisch, fast so groß wie der tafelberg, daneben sahen unsere feta-tomaten-türme ziemlich lustig aus. soviel grillfleisch hatten wir in unserem leben noch nicht gesehen.
der abend hat ordentlich spass gemacht und wir konnten eine ganze menge sehr nette leute kennenlernen. alles wurde mit der videokamera gefilmt und wann immer es die möglichkeit gab wurde eine rede gehalten. satt und mit ziemlich strammen bäuchen ging‘s dann gegen halb eins zurück in die wg, ein sehr schöner abend.

Samstag, 11. September 2010

Tag 7: Gleich geht's ab inne Plastikmall!! Bericht folgt späda :)

i don't even own an umbrella!

Tag 6: ...fällt aus, wegen Regen. Vor ein paar Tagen erzählte uns Paul noch "I don't even own an umbrella!" und gestern hatte man das Gefühl, man säße in Dangast hinterm Deich. Den Ganzen Tag hat es geregnet! Scheint als hätten wir dem Kap durch unseren Besuch unser ganz eigenes norddeutsches Flair verliehen - wenn nordlichter Reisen haben sie eben nicht nur Sonne im Gepäck... Also, den Tag im Café verbracht, jede Menge Kaffee getrunken und e-Mails gecheckt. Morgen sind wir dafür auf unserem ersten richtigen Braai eingeladen, ein Grillfest mit jeder Menge Fleisch und Bier! :)

Norderney? Baltrum? Nee, Eastern Cape!

Freitag, 10. September 2010

maaaaan!

Tag 5: Heute bin ich das erste mal Minitaxi gefahren und habe endlich das Afrika kennen gelernt, wie ich es mir vorgestellt habe. Für alle die noch nicht hier waren und sich unter einem solchen Gefährt nichts vorstellen können, stellt euch einfach einen kleinen Bus vor, z.B.  einen VW T3, der hupend und mit schallender Musik durch die Straße saust und jeden mitnimmt der 6 Rand übrig hat. Mit einem solchen Gefährt ging es für mich heute morgen zur Uni um Cheryl zu treffen. Nachdem ich mich ausführlich darüber informiert hatte, wie das ganze abläuft. Man winkt es ran, man steigt ein (weil das ja klar ist!), irgendwann wird man von hinten angetippt und kriegt einen Stapel Geld in die Hand gedrückt, packt seins dazu und wenn man aussteigen will, sagt man einfach kurz dem Fahrer bescheid. Eigentlich ganz einfach. Ich war also bestens informiert und hatte mir fest vorgenommen in diesem Bus nur so sehr als blöder Touri aufzufallen wie unbedingt nötig ...hat nicht geklappt. Ranwinken war kein Problem woraufhin ich schon mal schon stolz wie Bolle war. Hochmut kommt vor dem Fall. Weil ich auf den ersten Blick keine Tür auf meiner Seite ausmachen konnte, bin ich also vorne ums Minitaxi rum gehuscht und fand mich plötzlich mitten auf der Hauptstraße wieder. Ich dachte mir noch ,Die hab‘n doch‘n Rad ab, die Afrikaner! Das kann man doch nicht machen! Das ist ja lebensmüde! Gerade zu unverantwortlich...‘ In dem Moment sah mich auch schon der Fahrer an, dessen Tür ich mittlerweile erreicht hatte. Sein Blick und noch viel mehr der eines jungen Mannes, der auf der anderen Seite des Busses eine Tür offen hielt und mich durch den Bus verwirrt anschaute führten schlagartig zu heftigen Zweifeln an meiner Entscheidung um den Bus rum zu gehen, unmittelbar gefolgt von einem innerlichen „Doh!“ und einer beschämten, zugleich hastigen Kehrtwende. Alles was der junge Mann, der mir die Tür geöffnet hatte, zu diesem bösen Fauxpas zu sagen hatte war „Maaaaan!“, begleitet von einem mitleidigen Kopfschütteln. Außer einer fadenscheinigen Ausrede, es sei ja noch sehr früh am Morgen, hatte ich dem auch nichts entgegenzusetzen. Erstes Tagesziel „nicht als Touri auffallen“ verpasst. Stromberg würde zusammenfassend sagen, „Da braucht man sich nichts vorzumachen, aus Leberwurst macht man eben kein Marzipan!“
Der Rest des Tages verlief dann aber auch deutlich besser. Nachdem ich Cheryl getroffen und gemeinsam mit ihr einen meiner zukünftigen Arbeitsplätze kennen gelernt hatte, ging es für Anke und mich gemeinsam mit Wiebke und Lina das zweite mal in ein Township, wo wir Wiebkes alten Arbeitsplatz, das Obumi Obutsha Center besuchten. Obumi Obutscha heißt soviel wie neues Leben und das Center, was auch schon Philip und Henrike kennenlernen durften, tut alles um Kindern verschiedensten Alters ein schönes Leben, soweit das eben in einem Township möglich ist, zu ermöglichen. Ein toller Ort mit sehr herzlichen und fürsorglichen Menschen und lieben afrikanischen „Mamas“! Nach einer kleinen Autopanne in Central auf dem Rückweg, bei der uns aber sofort von einem netten jungen Mann geholfen wurde (die Menschen hier sind, man kann es nur immer wieder sagen, wirklich sehr hilfsbereit!) ging es dann noch lecker bei „Angelo‘s“ essen, bevor wir den Tag mit einem kleinen Strandspaziergang haben ausklingen lassen.
So, doch wieder eine ganze Menge geschrieben, aber ist ja auch viel passiert. Nächstes mal fassen wir uns dann wieder kürzer. Bis dendemeier!

auch das ist südafrika...

PS: Wir ham voll viele Delfine gesehn, Juuuungeeee!

ne steife brise von vorn gifft mi juemmer koole ohrn

Tag 4: Heute Morgen ging es mit Paul erst einmal wieder in die Bird Street. Wieder mit großen Augen und offenem Mund vorbei am großen Baum. Kurz Vernon kennengelernt (genau wie Paul ein lustiger Kerl im Dienste der NMMU), ein bisschen gequatscht und dann gings zu Cheryl, die Jannes Projekte betreut. Wie alle Menschen, die wir hier bisher kennengelernt haben ist auch sie sehr, sehr nett und überaus engagiert. Aufgrund des Schulstreiks (ja, hier dürfen die Lehrer streiken ...sie kriegen dann aber auch kein Geld, worüber sich die meisten scheinbar vorher nicht so viele Gedanken gemacht haben) haben sich Cheryls Projekte alle ein bisschen verzögert und so geht es damit wohl erst nächste Woche so richtig los. Am Abend noch einen kurzen Spaziergang am Strand vor der Tür gemacht und schon wieder ist ein Tag rum...

welcome to da windy city!

tag am meer? nee, wir wohnen da!

Tag 3: Heute waren wir am Board Walk, dem Disneyland für große, wie Wiebke immer sagt. Hier findet man jede Menge Cafés, Shops, Fast Food Restaurants, ein Casino und so weiter. Alles sehr amerikanisch ...wie überhaupt ziemlich vieles hier. Na ja, nachdem wir dort ein bisschen shoppen waren (und damit schon jetzt das zulässige Gesamtgewicht unserer Koffer, die auf dem Hinflug mehr oder weniger auf das Gramm genau das zulässige Maximalgewicht erreicht hatten, überschritten haben), gings zum Strand. Rauf auf den Pier und erstmal einigen Surfern beim Wellenreiten zuschauen. Dann noch fix ein paar Schnappschüsse gemacht und dann wurden wir auch schon wieder von Wiebke eingesammelt. Abends ging es dann in die neue Wohnung ...oder man sollte vielleicht sagen in unseren Palast. Wahlweise könnte man es auch Hochsicherheitstrakt nennen, aber das klingt nicht so gut. Der gut geschützte Wohnkomplex in dem wir jetzt wohnen nennt sich Summer Seas und liegt, wie der Name es schon vermuten lässt, direkt am Strand. Und wenn ich sage direkt, dann meine ich in diesem Fall auch direkt. Einmal kurz vorbei am Privaten Pool, kurz den Schlüssel für die Pforte zum Strand gezückt, die Düne runter und man steht mit den Füßen im Wasser - ein Traum!

unser palast

Dienstag, 7. September 2010

wich side of the wall are you from?

Tag 2: Etwas überraschend wurden wir heute durch einen Anruf von Ankes Chef Paul geweckt, der eine knappe halbe Stunde später auch schon vor der Tür stand. Genau genommen war es eigentlich gar nicht Paul der uns weckte, sondern Wiebke, die Anrief um uns zu sagen, dass Paul gleich anrufen würde. Klingt im ersten Moment vielleicht komisch, war aber sehr praktisch, denn so konnte Anke ihre Stimme noch schnell von männlich, Mitte 40 und unrasiert auf charmant und weiblich Mitte 20 umstellen. Pauls Anruf, der etwa so verlief: „ Hello! This is Paul. Are you awake? Fine, I’ll be there in ten seconds!“ holte uns dann in null Komma nichts aus dem Bett und gemeinsam mit ihm in die Bird Street, Ankes Headquarter in den nächsten Monaten. In einem Gebäude, dass bei uns glatt als Museum durchgehen würde und vor dem der größte Baum steh, den wir jemals gesehen haben, gab es dann erstmal „Frühstück“. Das heißt es gab Tee mit Milch und Koks (zumindest wollte Paul uns den pulverförmigen Süßstoff als solches verkaufen) und Kekse für alle. Für den Rest des Vormittags waren wir dann quasi Pauls Schatten und er hat uns überall mit hingenommen, inklusive Friseur. Wieder zurück im Hostel, gabs dann lecker Pasta, begleitet von Missionars-Pop-TV-Shows à la Hannah Montana für Katholiken. Dann standen auch schon Wiebke und Lina auf der Matte und nach einem kurzen Abstecher zum Handyladen, in dem man uns, zu unserer Erheiterung, beim Kauf neuer Simkarten fragte, „Wich side of the wall are you from?“, ging es weiter nach Central wo ganz schön Leben in’er Bude war. Danach ging es dann zum ersten mal in ein Township, aus wir Wiebkes Freund abholten, der dort bei einer NGO (Non Govermantal Organization) arbeitet. Sind heute also ganz schön rumgekommen und dementsprechend sackmüde! Morgen mehr von uns. Jetzt packen wir uns erstmal pennen und melden uns dann morgen aus unserer neuen Wohnung.

alles gut, alles da, alles wunderbar! das macht dann 10€!

Tag 1: Nach einer Bahnfahrt, die man gleich unter mehrere Motti stellen könnte (spontan würden mir da folgende einfallen: „Mehr Glück als Verstand!“, „Glück im Unglück!“ oder „Das Glück liegt bei den Doofen“) sind wird zunächst sicher und ohne Probleme in Jo-Burg gelandet ....und sofort auf den ältesten Bauerntrick der Welt reingefallen. Wir haben uns die Koffer zum Re-check-in bringen lassen... für 10€! Der durchaus charmante und witzige Kofferträger (wir nennen ihn mal Porter, denn das stand auf seinem Pulli), der uns gleich mit seinen Deutschkenntnissen zu beeindrucken wusste („Alles gut, alles da, alles wunderbar!“) und uns auch sonst ordentlich Honig ums Maul zu schmieren wusste, nicht zuletzt indem er unseren Fußball lobte und über Maradonna witzelte, machte uns dann irgendwann darauf aufmerksam, dass er von Tipps leben würde. Das damit keine guten Ratschläge gemeint waren, lag auf der Hand. Und so meinte Porter, wenn wir ihm 10€ gäben, wäre er doch schon sehr zufrieden. Na ja, immerhin haben wir auch was für unser Geld bekommen. Neben einem Haufen Komplimenten hat er uns alles überall hingebracht und sich für und mit uns vorgedrängelt, wo man nur konnte. Nicht ganz so problemlos ging es dann bei der Sicherheitskontrolle beim Re-check-in weiter. Da durfte Porter leider nicht mit rein, sonst wären wir wahrscheinlich auch da einfach an allen vorbei marschiert. Das Problem bestand darin, dass meine Hosentaschen nicht leer waren. Nicht, dass ich den Securities vorher hätte sagen können, dass das gleich ordentlich piept... Aber die Dame meinte ich könnte einfach alles in den Taschen lassen – natürlich hat es gepiept. Ich wurde dann abgetastet und kaum war die erste Hosentasche erreicht hieß es: „That’s a problem!“ Insgesamt gab es drei Problems, die aber alle ohne größere Schwierigkeiten gelöst werden konnten. Danach ging es dann weiter nach P.E. mit einer Landung, die der in unserem Video schon sehr nahe kam. Am Flughafen wartete bereits Wiebke auf uns, die uns in ihrem knallroten VW Fox(!) abholte. Auf der „falschen“ Straßenseite ging es dann an Palmen und niedlichen kleinen Häuschen vorbei nach Summerstrand, wo wir unser Hostel bezogen – die Lungile Lodge (www.lungilebackpackers.co.za). Lungile heißt soviel wie „Gut genug“ und das ist unsere kleine holzverkleidete Herberge mit Pool allemal. Sie liegt am Hang eines kleinen Hügels und wenn wir aus unserem Zimmer treten stehen wir auf einer kleinen Veranda von der aus wir über die Häuser hinweg direkt aufs Meer gucken können. Genau wie alle anderen Menschen die wir in Südafrika bisher getroffen haben, sind auch hier die Leute sehr nett, überaus gastfreundlich und hilfsbereit und so freuen wir uns auf viele weitere neue Bekanntschaften!


...by the way, Port Elizabeth wird nicht umsonst „The Windy City“ gennant! Es ist sackwindig hier, echt ey! Also packt ’n Drachen ein wenn ihr kommt Kinder! ;)