Mittwoch, 15. September 2010

eastern cape customs

Tag 10: Ein ereignisreicher Tag an dem eigentlich nicht viel passiert ist. Heute morgen wurden wir mal wieder à la Paul aus dem Bett geklingelt. Diesmal allerdings nicht von Paul, sondern von einer förmlich durchs Telefon strahlenden Sekretärin von Karl. Zum Glück hatten wir uns in weiser Voraussicht einen Wecker gestellt, so dass wir diesmal nicht völlig aus perplex waren und die Frage „Did I wake you up!“ gerade noch verneinen konnten. Bei der Frage „Are you still in bed?“ gelang uns das dagegen nur noch mit einer kleinen Notlüge, der ich durch ein mit krächzender Stimme genuscheltes „We just haven‘t had breakfast yet.“ zu mehr Glaubwürdigkeit zu verhelfen versuchte. Der Konter der netten Dame am anderen Ende der Leitung „Okay, our driver is on his way, he will pick you up in 15 minutes!“ kam dann allerdings doch ein wenig überraschend... Mittlerweile jedoch durch Pauls überfallartigen Abholmanöver geübt, standen wir eine Viertelstunde, wenn auch mit knurrendem Magen vor der Tür, wo Sam, unser Fahrer schon auf uns wartete. Im Büro von Karl angekommen wartete dort schon die nette Dame vom Telefon auf uns. Aber sie war nicht allein. An ihrer Seite war ein kleiner Dackel, den sie liebevoll „our german sausage“ nannte. Ein herrlicher Zeitgenosse der Kleine! Obwohl er gerade einmal zwei Jahre alt war, hatte der Hund schon den perfekten Rentnerschluffelgang drauf, wobei er witziger weise auch noch die Pfoten nach außen drehte, was das Schluffen noch unterstrich. Außerdem ist er glaube ich der erste Hund den ich je gesehen habe, der einen Katzenbuckel gemacht hat, als ich ihn streicheln wollte, was aufgrund seines wienerwürstchenartigen Körperbaus wirklich extrem lustig aussah. Zu Anke hatte er von Anfang einen guten Draht. Sie stellte irgendwann auch die verblüffende Ähnlichkeit des kleinen Struppi (so hieß er wirklich) zu einem Faultier fest. Und ich musste ihr Recht geben. Die Geschwindigkeit seiner Bewegungen kam der eines Faultiers in der Tat sehr nahe. Ich glaube sogar niemand würde sich wundern, wenn der kleine eines Morgens, statt in seinem Körbchen, von einem Ast im Baum vorm Haus baumelnd auf sein Futter warten würde. Aber natürlich waren wir nicht des Hundes wegen gekommen, sondern um uns einen fahrbaren Untersatz zu organisieren. Den bekamen wir dann auch und zwar ein elfenbeinfarbenen VW Fox! Hier noch schnell den Seitenspiegel mit Heißkleber befestigt da noch schnell ein bisschen Öl nachgefüllt und ab ging die Post! Das erste mal Linksverkehr war ganz schön spannend und das Auto ein echtes Trainingslager für vorausschauendes Fahren. ABER: Läuft!
Später gings dann in unserem neunen Geschoss zum South Campus der NMMU, wo wir den wahren Pavianfelsen bestaunen konnten! Dort laufen die Affen einfach so auf dem Campus rum. Sie durchforsten Mülleimer, trinken aus Rasensprengern und beobachten Studenten und Professoren. Dabei sind sie immer auf der Lauer etwas zu stibitzen und stets auf der Hut um sich bei Gefahr schnell auf einen der vielen Bäume zu flüchten. Herrlich!

pimp my ride! pleeeaase xzibit!

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