Freitag, 19. November 2010

deutsche ämter sind ein traum! ...wer hätte das gedacht?

Tag 73: Da ich wahrscheinlich einen Ausraster kriegen würde, wenn ich den Tag noch einmal detailliert revu passieren ließe, versuche ich mich kurz zu fassen und mich auf das wesentliche zu beschränken. Heute ging es wieder zum Department of Home Affairs um meine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. Das dritte mal und diesmal mit Anke an meiner Seite, ohne die es vermutlich nicht das letzte mal geworden wäre, denn nach ca. 5(!) Stunden Wartezeit sagte der Mann hinterm Schalter plötzlich, „So, ich mach jetzt noch eine halbe Stunde und wer dann noch nicht dran war, der muss halt noch mal wieder kommen.“ In diesem Moment platzte mir endgültig der Kragen, immerhin war ich bereits das dritte mal da und außerdem hatten wir wie gesagt bereits fünf Stunden gewartet, und so hörte ich mich quer durch die Halle rufen, ob er uns alle verarschen wolle? Was er mit einem schlichten „Nein.“ beantwortete. Das war dann auch Anke zu viel und so ging sie kurzerhand nach vorne zum Schalter um der Schildkröte dahinter mal unsere Situation zu schildern. Auch das interessierte ihn herzlich wenig und so ließ sich Anke schließlich zum Chef bringen, dem sie erstmal gehörig die Meinung geigte. Mit Erfolg. Zähneknirschend versprach dieser, er würde sich um uns und alle anderen die noch mit uns warteten kümmern, wenn sein Kollege Feierabend machte. Da Chefe leider genauso ein Schneckentempo an den Tag legte wie Schildkröte dauerte es weitere 1.5 Stunden, bis wir endlich dran waren. Als es dann endlich soweit war konnten wir unser Glück kaum fassen, da wir eigentlich bis zum Schluss damit gerechnet hatten, dass man uns irgendwann einfach rausschmeißen würde. Zu früh gefreut. Um meinen Antrag zu bearbeiten, verlangte er einen Kontoauszug von mir. ‚Gut’, dachte ich mir, ‚geh ich halt eben zur Sparkasse um die Ecke und zieh mir einen. LzOs gibt’s hier ja wie Sand am Meer! Nicht!’ Verdammter Vollidiot! Er wollte auch einfach nicht verstehen, dass ich hier keinen Kontoauszug bekomme. Dann kam Anke die Idee einfach einen Ausdruck von meinem Onlinebanking zu machen. Gute Idee! Fand er auch. Wollte uns dann aber zur Mall unten an der Ecke schicken, um dort ins Internetcafé zu gehen. Wir haben ihm dann eindringlich erklärt, dass wir das Gebäude nicht ohne den gestellten Antrag verlassen würden. Sind ja nicht doof! Also haben wir gefragt, ob wir nicht einfach seinen PC benutzen könnten um ins Internet zu gehen. „Internet? Haben wir hier nicht!“ Hätte nur noch gefehlt, dass er uns fragt, was dass denn überhaupt sei, dieses Internet, sei ja plötzlich in aller Munde. Nach kurzem Stutzen war Anke und mir jedoch klar, dass der Typ uns verarscht. Wir haben ihm also gesagt, dass wir ihm nicht glauben, dass das Dep. of Home Affairs keinen Internetzugang habe. Und plötzlich hatte er dann doch noch welches ...muss wohl kurz vom Schreibtisch gefallen sein, so das er es nicht auf Anhieb sehen konnte. Wahrscheinlicher ist, er wollte genau wie wir einfach nur noch nach Hause. Wie auch immer, wir konnten einen „Kontoauszug“ ausdrucken, er das Ding eintüten und wir nach Hause. Hat ja auch nur 7(!) Stunden gedauert. Zur Feier des Tages haben wir dann auf dem Heimweg noch einen Abstecher ins Vovo Telo gemacht, lecker Wein, Bier, Pizza und Salat zu uns genommen und uns im Nachhinein über dieses Irrenhaus von Home Affairs schlapp gelacht! Eine „real South African experience“ auf die wir beide gut hätten verzichten können...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen